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Das Projekt

Projekt «Bildungsgerechtigkeit als Praxisorientierung und Evaluationskriterium der Schulsozialarbeit»


Die nationale Tagung "Kinderrechte und Capabilities in der Schulsozialarbeit" findet im Rahmen des kooperativen Forschungsprojekts "Bildungsgerechtigkeit als Praxisorientierung und Evaluationskriterium der Schulsozialarbeit" statt. Im folgenden Projektbeschrieb finden Sie dazu weiterführende Informationen:

Die Schulsozialarbeit ist ein stark expandierendes Handlungsfeld der Sozialen Arbeit. Wie Evaluationen und Praxisberichte zeigen, haben sich dabei auf lokaler Ebene durchaus unterschiedliche Praxisformen herausgebildet. Die Heterogenität der Praxis zeigt sich sowohl in unterschiedlichen Arbeitsweisen der Schulsozialarbeitenden, als auch in den der Praxis zu Grunde liegenden Zielen, Konzepten und Zuständigkeiten. Zu dieser Heterogenität der Praxis kommt hinzu, dass die Praxis der Schulsozialarbeit vergleichsweise häufig evaluiert wird, die Konzeptionen dieser Evaluationen jedoch durchaus unterschiedlich ausfallen und die Praxis der Schulsozialarbeit daher auch je nach Evaluation anhand unterschiedlicher Kriterien gemessen und beurteilt wird.

Für die Fachszene ist diese momentane Situation nicht befriedigend, da sich durch die Heterogenität der Praxis fortlaufend Fragen nach einem gemeinsamen Praxis-Profil der Schulsozialarbeit sowie nach angemessenen und aussagekräftigen Evaluationskriterien stellen.

In dem hier konzipierten Projekt wird diese Ausgangssituation zum Anlass genommen, um einen gemeinsamen inhaltlichen Handlungsrahmen für die Praxis der Schulsozialarbeit sowie damit verbundene fachliche Evaluationskriterien zu erarbeiten. Das Projekt ist als Kooperationsprojekt der Fachhochschule Nordwestschweiz, des Berufsverbandes AvenirSocial sowie des Schulsozialarbeitsverband SSAV konzipiert. In diesem Projekt wird der Frage nachgegangen, wie aktuelle Bildungs- und Gerechtigkeitskonzeptionen zum einen als Handlungsorientierung für die Praxis der Schulsozialarbeit konkretisiert werden können und zum anderen als Massstäbe dienen können, um die Praxis der Schulsozialarbeit zu evaluieren. Insbesondere wird es in diesem Projekt darum gehen, den aktuellen Capability-Approach und die Inhalte der UN-Kinderrechtskonvention für die Praxis und Evaluation von Schulsozialarbeit zu konkretisieren. Begründet wird diese Auswahl an gerechtigkeits- und bildungstheoretischen Zugängen zum einen mit der These von Amartya Sen, dass Armut als Mangel an Capabilities verstanden werden kann und zum anderen mit der im Kontext der Diskussionen um Chancengerechtigkeit im Bildungssystem verbundenen These, dass Bildung eine individuelle Ressource zur Lebensführung ist und dass Kinder und Jugendliche entsprechend vor Armut und Ausgrenzung geschützt werden können, wenn sie auf gerechte Weise an Bildungsmöglichkeiten partizipieren können.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die Projektergebnisse eine vergleichsweise hohe gesellschaftliche Verbreitung finden werden, da die beiden beteiligten Berufsverbände dafür Sorge tragen werden, dass die Projektergebnisse in die Praxis der Schulsozialarbeit kommuniziert werden und dort angewandt werden können. Vor dem Hintergrund der derzeitigen quantitativen Weiterentwicklungen von Schulsozialarbeit kann dadurch davon ausgegangen werden, dass mittelfristig sehr viele Kinder und Jugendliche in der gesamten Schweiz von diesem Projekt profitieren können.